Pädagogisches Konzept


In meiner Kindertagespflege Kleine Löwen begleite ich Kinder im U3-Bereich in einer kleinen Gruppe von maximal fünf Kindern.

Mein pädagogischer Alltag soll den Kindern einen verlässlichen Rahmen bieten und gleichzeitig genügend Raum lassen, um selbst zu entdecken, auszuprobieren und eigene Erfahrungen zu sammeln. Dabei orientiere ich mich an der jeweiligen Gruppensituation, dem Alter und den Interessen der Kinder.

Ein pädagogisches Konzept ist für mich kein starrer Stundenplan. Kinder und Tage sind unterschiedlich – deshalb können Abläufe, Angebote und Aktivitäten je nach Situation angepasst werden.

Lernen und Entdecken im Alltag

Gerade kleine Kinder lernen bei fast allem, was sie tun: beim Spielen, Beobachten, Nachahmen, Bewegen, Sprechen oder gemeinsamen Essen.

Ich versuche deshalb, viele Lernmöglichkeiten ganz natürlich in unseren Alltag einfließen zu lassen. Die Kinder dürfen ausprobieren, Fragen stellen, beobachten, mithelfen und zunehmend Dinge selbst übernehmen.

Dabei können unter anderem folgende Bereiche eine Rolle spielen:


  • Sprache und Kommunikation
  • Bewegung und Körpererfahrung
  • soziales Miteinander
  • Natur und Umgebung
  • Musik und Rhythmus
  • Kreativität und Gestalten
  • Selbstständigkeit im Alltag

Nicht jedes Kind interessiert sich zur gleichen Zeit für die gleichen Dinge. Deshalb dürfen Angebote angenommen, beobachtet oder – soweit es die Situation zulässt – auch einmal ausgelassen werden.

Kleine Gruppe und persönlicher Alltag

Ein besonderer Vorteil meiner Kindertagespflege ist die kleine Gruppengröße von maximal fünf Kindern.

Dadurch kann ich die Kinder gut kennenlernen und Veränderungen, Interessen oder neue Entwicklungsschritte im Alltag wahrnehmen. Gleichzeitig lernen die Kinder, Teil einer kleinen Gemeinschaft zu sein, miteinander zu spielen, zu warten, zu teilen und aufeinander Rücksicht zu nehmen.

Am gleichen Standort befindet sich außerdem die Kindertagespflege Krümelkiste. Beide Gruppen werden eigenständig betreut, nutzen aber auch gemeinsame Bereiche. Je nach Tagesablauf und Situation können dadurch zusätzliche Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten entstehen.

Selbstständigkeit und Mitmachen

Kinder möchten vieles irgendwann selbst versuchen – auch wenn es manchmal länger dauert.

Deshalb dürfen sie bei den Kleinen Löwen ihrem Alter entsprechend im Alltag mitmachen und ausprobieren. Das kann zum Beispiel beim An- und Ausziehen, Aufräumen, Essen oder bei kleinen Aufgaben geschehen.

Ich unterstütze dort, wo Hilfe benötigt wird, und gebe den Kindern nach Möglichkeit den Raum, Dinge selbst zu versuchen. Dabei geht es nicht darum, dass etwas besonders schnell oder perfekt gelingt, sondern um die Erfahrung: Ich kann etwas selbst schaffen.

Bewegung, Spiel und unsere Umgebung

Bewegung gehört für kleine Kinder ganz selbstverständlich zum Alltag.

Neben unseren Gruppenräumen steht uns ein gemeinsam genutzter Bewegungsbereich zur Verfügung. Je nach Situation können dort Möglichkeiten zum Klettern, Balancieren, Toben und freien Bewegen genutzt werden.

Wenn Wetter, Gruppensituation und Tagesablauf es zulassen, verbringen wir auch Zeit außerhalb unserer Räume. Spaziergänge, Spielplätze oder kleine Ausflüge in Groß-Gerau und Umgebung können Teil unseres Betreuungsalltags sein.

Dabei begleitet uns manchmal „Lasti“, unser Lastenrad.

Auch freies Spiel hat einen wichtigen Platz. Nicht jeder Moment muss durch ein vorbereitetes Angebot gefüllt sein. Kinder dürfen eigene Spielideen entwickeln, beobachten, ausprobieren und miteinander ins Spiel kommen.

Ernährung und gemeinsame Mahlzeiten

Essen ist für mich mehr als reine Nahrungsaufnahme. Gemeinsame Mahlzeiten können auch Gelegenheit für Gespräche, Selbstständigkeit, neue Geschmackserfahrungen und Gemeinschaft bieten.

Das Frühstück bringen die Eltern für ihr Kind von zu Hause mit. Weitere Mahlzeiten und Snacks werden von mir bereitgestellt.

Bei der Auswahl achte ich auf eine kindgerechte und abwechslungsreiche Gestaltung. Als Genussbotschafterin der Ernährungsinitiative „Ich kann kochen!“ der Sarah Wiener Stiftung und BARMER habe ich mich zusätzlich mit praktischer Ernährungsbildung für Kinder beschäftigt.

Je nach Tagesablauf können die Kinder Lebensmittel kennenlernen, Neues probieren oder bei kleinen Zubereitungen mithelfen. Dabei soll Essen möglichst ohne Druck erlebt werden.

Allergien, Unverträglichkeiten oder besondere Ernährungsformen sollten bereits vor Beginn der Betreuung miteinander besprochen werden, damit wir klären können, was im Rahmen meiner Kindertagespflege umsetzbar ist.

Eingewöhnung

Der Start in die Kindertagespflege ist für jedes Kind und jede Familie unterschiedlich.

Deshalb lege ich mich bei der Eingewöhnung nicht auf eine feste Anzahl von Tagen oder Wochen fest. Zu Beginn lernen Kind und begleitende Bezugsperson die Räume, die Gruppe und mich zunächst gemeinsam kennen.

Weitere Schritte und erste Trennungen erfolgen schrittweise und orientieren sich daran, wie das Kind mit der neuen Situation umgeht. Dauer und Verlauf können sich daher von Kind zu Kind unterscheiden.

Eine erfolgreiche Eingewöhnung lässt sich nicht erzwingen oder nach einem festen Zeitplan garantieren. Wichtig ist mir ein offener Austausch mit den Eltern, damit wir den Verlauf gemeinsam einschätzen können.

Wiederkehrende Abläufe und Flexibilität

Wiederkehrende Abläufe können Kindern Orientierung geben. Deshalb gibt es bei den Kleinen Löwen einen grundsätzlichen Tagesrhythmus mit Bringzeit, Mahlzeiten, Spiel- und Bewegungszeiten, Ruhephasen und Abholzeit.

Dieser Rahmen ist jedoch nicht als minutengenauer Stundenplan zu verstehen.

Schlafbedürfnis, Wetter, besondere Situationen oder die Stimmung innerhalb der Gruppe können dazu führen, dass sich einzelne Abläufe verändern. Mein Tagesablauf soll deshalb Struktur geben, aber gleichzeitig flexibel genug für die Kinder bleiben.

Zusammenarbeit mit den Eltern

Ein offener und respektvoller Austausch mit den Eltern gehört für mich zu einer guten Zusammenarbeit.

Beim Bringen und Abholen können wichtige Informationen kurz weitergegeben werden. Wenn ein Thema mehr Zeit benötigt, kann nach Absprache ein persönliches Gespräch vereinbart werden.

Beobachtungen aus dem Betreuungsalltag können dabei ebenso Thema sein wie Entwicklungsschritte oder organisatorische Fragen.

Wünsche und Anregungen dürfen selbstverständlich angesprochen werden. Ob und in welcher Form sie innerhalb der Betreuung umgesetzt werden können, hängt von der jeweiligen Gruppensituation sowie den organisatorischen und pädagogischen Rahmenbedingungen ab.

Beobachten und Begleiten

Im Alltag beobachte ich, womit sich die Kinder beschäftigen, welche Fähigkeiten sie gerade entwickeln und wo sich neue Interessen zeigen.

Diese Beobachtungen helfen mir dabei, meinen Betreuungsalltag und mögliche Angebote an der aktuellen Gruppe auszurichten und können auch eine Grundlage für Gespräche mit den Eltern sein.

Die konkrete Form und der Umfang einer Dokumentation können je nach Betreuungsverlauf und Situation unterschiedlich ausfallen.

Mein Verständnis von Kindertagespflege

Für mich bedeutet Kindertagespflege, Kinder ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten und ihnen einen Rahmen zu geben, in dem sie sich ausprobieren und weiterentwickeln können.

Bei den Kleinen Löwen in Groß-Gerau treffen eine kleine Gruppe, persönliche Betreuung, Bewegung, gemeinsames Erleben und Möglichkeiten zur Selbstständigkeit aufeinander.

Wie genau ein Betreuungstag aussieht, darf dabei immer ein wenig unterschiedlich sein – denn auch die Kinder bringen jeden Tag etwas Neues mit.


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